Wasser

„Irgendwann in diesem Jahrhundert wird eine Flasche mit reinem Wasser mehr kosten als eine Flasche Wein.“

Viktor Schauberger

Wie gut sind unsere Gewässer?

Beurteilt werden die Gewässer über und unter der Erde nach Normen der Europäischen Union, die für alle Mitgliedstaaten gelten. Stimmt die Chemie? Wie sieht es mit der Ökologie aus? Ist die Wassermenge ausreichend?

Für das Grundwasser war zu ermitteln, wie es durch Entnahmen beispielsweise für die Trinkwassergewinnung oder die Bewässerung in seiner Menge beeinträchtigt wird, und in welchem chemischen Zustand es sich befindet.

Sachsen-Anhalt hat Anteil an 80 Grundwasserkörpern. Im Ergebnis weisen davon 71 einen guten mengenmäßigen Zustand auf, 50 Grundwasserkörper sind in einem guten chemischen Zustand. Abweichungen resultieren zumeist aus Überschreitungen von Grenzwerten zum guten chemischen Zustand für Nitrat, Sulfat oder Ammonium. In zwei Grundwasserkörpern im Bereich des ehemaligen Chemiedreiecks ergeben sich aus Altlasten (Deponien und Altstandorte) spezielle Probleme, in einem Grundwasserkörper ist eine Salzhalde für den schlechten Zustand verantwortlich. Die Gründe für einen schlechten mengenmäßigen Zustand liegen für das Gebiet von Sachsen-Anhalt neben der Beeinflussung durch den Braunkohlenbergbau vermutlich unter anderem auch an klimatischen Veränderungen.

Kriterien für die Untersuchung der 334 oberirdischen Gewässer (Oberflächenwasserkörper) in den Flusseinzugsgebieten Sachsen-Anhalts waren hauptsächlich deren ökologische und chemische Eigenschaften. Für die ökologische Bewertung galt es vor allem festzustellen, wie es mit dem Lebensraum für Tiere und Pflanzen in den Seen, Flüssen und Kanälen aussieht und in welcher Vielfalt sie vorkommen.

Es soll unter anderem dargelegt werden, welche Kleinlebewesen sich am Gewässergrund finden, wie es mit dem Fischbestand aussieht und wo welche Arten von Wasserpflanzen wachsen.

Fachleute nennen das die biologischen Komponenten. Zusätzlich waren allgemeine physikalisch-chemische Parameter zu ermitteln, so der Gehalt an Sauerstoff, Nährstoffen und Salz sowie an Schadstoffen.

Für die ökologische Beurteilung wurden auch sogenannte hydromorphologische Komponenten hinzugezogen. Dazu gehören der Verlauf und die Struktur der Gewässer (das sind unter anderen die Art der Uferbefestigungen und das Gefälle), die Durchgängigkeit (können Wasserlebewesen sich ungehindert bewegen) und der Wasserhaushalt. Aus dieser umfassenden Bewertung ergibt sich folgendes Bild: Lediglich 3 Prozent der Oberflächengewässer befinden sich derzeit in einem guten ökologischen Zustand bzw. haben ein gutes ökologisches Potenzial.

Defizite bestehen hier vor allem hinsichtlich des Lebensraums und der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen in den Gewässern (biologische Komponenten). Vielfach sind Verlauf und Struktur der Gewässer an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer angepasst oder die Durchgängigkeit unterbrochen worden. Bei der Durchgängigkeit sind neben der Passierbarkeit von Wanderhindernissen für Fische und Kleinlebewesen auch der Transport von Kies und Sand, so genannten Geschieben zu berücksichtigen, welcher ebenfalls häufig unterbrochen wird. Aber auch beim Gehalt an Sauerstoff, Nährstoffen und Salz (physikalisch-chemische Parameter) und bei spezifischen Schadstoffen sind noch Defizite zu verzeichnen.

Ein wichtiger Grund dafür ist die intensive landwirtschaftliche Nutzung sowie die damit verbundene Belastung aus diffusen Quellen. Von solchen Belastungen sprechen die Fachleute, wenn Stoffe nicht genau lokalisierbar sind bzw. flächenhaft in
Gewässer eindringen.

Verschmutzungen der Luft, die mit Regenwasser transportiert werden, kommen hierfür ebenso in Frage.

Hinsichtlich der chemischen Untersuchung weist kein Wasserkörper einen guten chemischen Zustand auf. Hauptgrund dafür ist die flächendeckende bundesweite Überschreitung der sehr niedrigen Umweltqualitätsnormen für Quecksilber und für bromierte Diphenylether (BDE) in Biota sowie für weitere ubiquitär verbreitete Stoffe im Wasser (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Tributylzinn, Perfluoroktansäure).

So sind z. B. auch in von Menschen relativ unbeeinflussten Gebieten in geringem Maß Quecksilbereinträge aus der Luft zu verzeichnen. Die Umweltqualitätsnorm für Quecksilber wird aufgrund der ubiquitären Verbreitung bundesweit bis auf wenige Ausnahmen in keinem Wasserkörper eingehalten. Ohne Berücksichtigung von Quecksilber und BDE weisen 52 Prozent der Wasserkörper einen guten chemischen Zustand auf.

Die Defizite des chemischen Zustandes sind neben der bereits genannten umfassenden Belastung vor allem auf historisch bedingte Altlasten und Altbergbau zurückzuführen.

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